Yoga und Diabetes
Foto: Ragna Herzog
Die Diagenose Typ-1-Diabetes vor ca. 5 Jahren war ein großer Schock für mich. Sie kam aus dem Nichts und hat von heute auf morgen große Veränderungen für mein Leben mit sich gebracht. Um Diabetes ranken sich bis heute viele Mythen - und zu vermitteln, was es bedeutet, Tag für Tag mit dieser chronischen Erkrankung zu leben, ist gar nicht so einfach.
Eines der einschneidensten Dinge für mich war und ist es, dass es nichts (mehr) gibt, bei dem der Blutzucker und sein "Management" nicht mitgedacht werden müssen. Nicht das Essen, nicht der Gang abends um den Häuserblock, nicht die Sporteinheit, nicht der Schlaf...
… und eben auch nicht die Yogapraxis.
Meine Yogamatte - wo ich mich vor allem entspannt habe und in die Praxis fallen lassen konnte, war plötzlich ein Ort, an dem ich massiv abgelenkt war.
Mein Körper, auf den ich mich immer verlassen konnte, war plötzlich kein sicherer Ort mehr.
Da, wo ich geübt hatte, mich zu konzentrieren - auf die Übungen, den Atem, meinen Geist - wurde ich gestört von Sensoralarmen, kreisenden Gedanken um Werte, und nicht selten musste ich die Praxis unterbrechen oder sogar beenden, um Unterzucker oder Überzucker zu behandeln und körperlich durchzustehen.
Das hat mich im Kern getroffen. Und dennoch wusste ich ziemlich schnell, dass Yoga auch ein wichtiges "Heilmittel" für mich sein würde.
Diabetes-Typ-1 ist eine Krankheit, die Auswirkungen auf den Körper hat, aber mindestens ebesoviel auf die Emotionen und die Gedanken. Blutzuckerwerte steigen oder fallen nicht nur mit dem Essen - sondern auch aufgrund von vielen anderen Dingen, insbesondere Stress. Wenn ich z.B. in eine aufgregende Situation komme, kann ich dabei zusehen, wie meine Werte in die Höhe schießen - ohne dass ich auch nur einen einzigen Bissen gegessen habe.
Das bedeutet: Mindestens ebsowichtig wie dem Körper das Insulin zuzuführen, das er nicht mehr selber herstellen kann, ist es, dafür zu sorgen, dass ich meine Gedanken und Emotionen stabilisiere.
Und genau hier kommt der Yoga ins Spiel. Mit seiner Möglichkeit, Körper, Geist und Emotionen zu erreichen.
Ich habe viel gelesen und geforscht, ich habe das Yoga Sūtra durchkämmt, was es zu Krankheit und zum Umgang mit Krankheit sagt und natürlich habe ich meine eigenen Erfahrungen beobachtet und ausgewertet.
Herausgekommen ist ein Artikel zu "Yoga und Diabetes", der im Juli 2026 in der VIVEKA erschienen ist, einer großen Online Yogazeitschrift.
Ich wünsche dir Spaß und Erkenntnisse beim Lesen - ob als Betroffene:r oder nicht. Vielleicht kennst du auch jemanden, der mit Diabetes lebt und für den der Artikel von Belang sein kann - es geht darin übrigens auch um Typ 2 Diabetes.
Und verhilf dem Artikel gerne zu Verbreitung! Er liegt mir sehr am Herzen.